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Krankheiten – Gedichte von Hannelore Michel

Schicksal

Wie schön sind doch die Jahre gewesen,
wo man noch klagte über kleine Wehwehchen.

Seit sich die Krankheit Parkinson in meinen Körper schlich,
frag ich verzweifelt, bin das noch ich?

Wo sind mein Temperament und meine Fröhlichkeit hin,
was für ein Teufel steckt in mir drin?

Ich kann die Wörter nur mit Mühe und Not über die Lippen bringen,
wer lässt meine Gedanken ins Leere springen?

Wer hält mich beim Laufen von hinten fest,
der trotz größter Anstrengung einfach nicht loslässt?

Meine Glieder zucken und wer zieht meinen Rücken krumm,
wie ein alter Hund laufe ich herum.

Bei freudigen Anlässen mein Körper zittert und bebt, die Knie werden weich,
als wenn in mir ein Schaukelpferd lebt. Groß ist dann mein Schamgefühl,
wenn mein Körper nicht funktioniert, wie ich es will.

Wie kann ich diesen Zustand anderen erklären,
um gemeines Lästern abzuwehren.

Wenn ich Zukunftspläne schmieden will,
schleicht sich in mein Herz ein Angstgefühl.

Wie wird es mir in den kommenden Jahren gehen,
kann ich da noch laufen und unbeschwert in den Spiegel sehen?

Wie springt das Schicksal weiter mit mir um, bin ich dann noch ein Mensch,
oder nur noch ein atmendes Individuum?

Was ist das für ein beschissenes Leben,
kann es denn wirklich noch Schlimmeres geben?

Hannelore Michel

wolken unw.

Teuflische Geschichten

 

Es gibt einen Teufel auf dieser Welt, den kann man kaufen für wenig Geld.
Er ändert seine Gestalt in groß oder klein, kriecht so in jede Flasche hinein.
Er wartet hinter den bunten Etiketten, bis sie ihre Hände nach der Flasche ausstrecken. Mit seinen guten Geschmack, versteckt in Bier, Likör oder Kognak, legt er immer neue Lockmittel aus und schlüpft hinterlistig in jedes Haus.

 

Er schleicht sich langsam an seine Opfer heran, egal ob es eine Frau ist oder ein Mann,
er macht auch vor Kindern nicht halt, er besitzt kein Herz, benutzt die Menschen eiskalt. Er beobachtet, wie sie in fröhlichen Runden,
das heimtückische Getränk sich lassen munden.

 

Dann legt er los, getarnt als Stimmungsmacher und Seelentröster.
Verleiht ihnen Stärke, im Glauben sie können damit versetzen die Berge.
Mit kleinen Gemeinheiten fängt es an, in Körperverletzungen endet es dann.
So zerstört er manches Leben, warum muss es solche Teufel geben!?

Hannelore Michel

 

blumen michel 2

Diagnose Parkinson

Ich war ein Mensch voll Fröhlichkeit, zu jedem Scherz und Streich bereit, keine Zukunftsängste plagten mich, optimistisch lebte ich. Die Stolpersteine in meinem Leben habe ich weggesteckt, niemals lange Wunden geleckt. Kein Gedanke an Krankheit und Behinderung, ich verbrachte meine Tage mit vielseitiger Beschäftigung. Ich wollte für meine kleine Welt gute Stimmung machen, konnte über die eigenen Missgeschicke lachen.

So sind viele Jahre vergangen, dann haben die Beschwerden angefangen. Die sorglosen Tage waren vorbei, ich erkrankte an Parkinson, das war mir nicht so einerlei. Bei dieser Diagnose fuhr es mir durch Mark und Bein, ich glaube ein Dämon schlich sich bei mir ein. Er drückte mir beim Essen die Kehle zu, mein Appetit war weg und ich verlor allerhand Pfunde im Nu. Hässliche Gedanken beherrschten meinen Sinn, wo war meine Lebensfreude hin.

Ruhelos lief ich von Ort zu Ort, wertlos kam mir mein Leben vor, schlaflos war die Nacht, so dass ich immer mehr den Mut verlor. Mein Kreislauf spielte verrückt, kein Gespräch ist mir geglückt. Ich wollte niemand sehen, nur noch im Dunkeln spazieren gehen. Ich führte ein Schattendasein, doch ich nahm all meine Kraft zusammen, wollte den Dämon aus meinen Körper verbannen. Er sollte mich nicht besiegen, versuchte mein Gleichgewicht wieder in Griff zu kriegen. Mit Gartenarbeit lenkte ich mich am Tage ab, doch die Finsternis der Nacht hat schlimme Stunden gebracht. Die Alpträume hörten nicht auf, die Unruhe in mir lief runter und rauf.

Ich schlich auf den Boden, um durch lautes Schreien, mich von meinen Ängsten zu befreien. Nutzte auch die Kraft vom Sonnenschein, um wieder ich selbst zu sein. Doch so einfach hörte es nicht auf, ich probierte es weiter mit Singen und mit Dauerlauf. Dann mussten wir den Enkel aus Bayern in Obhut nehmen, das hat meinen Leben wieder einen Sinn gegeben. Ich merkte nun, ich werde noch gebraucht, dass meine angeschlagene Gesundheit noch zu etwas taugt.

Es muss mir nur gelingen, den neuen Lebensabschnitt in Gang zu bringen. Jedenfalls habe ich es geschafft, dass für mich die Sonne wieder lacht.

Hannelore Michel
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Zahnschmerzen

Gespannt schau ich in den Spiegel und seh,
ein geschwollenes Gesicht,
ach tut mir meine Gusche weh

Es hilft nicht Tee und Schnaps,
kann nicht feststellen,
welcher Zahn hat einen Knacks.

Hab den Übeltäter nicht gefunden,
das ganze Gebiss schmerzt,
hinten, vom, oben und unten.

Muss mir leider eingestehen,
es gibt keinen Ausweg,
ich muss zum Zahnarzt gehen.

Gedacht, getan, mit bangem Gefühl komme ich dort an.

Kaum bin ich auf der Behandlungsliege,
machen die Schmerzen eine Fliege.

Als er fragt nach dem Übeltäter,
sage ich erleichtert,
es ist vorbei, ich komme später.

Das hat den Zahnarzt nicht gestört,
er tut als hätte er es nicht gehört.

Er meint, damit wir nicht den Falschen reparieren,
werden wir das ganze Gebiss fotografieren.

Vergeblich der Versuch zu verschwinden,
nur mit Mühe kann ich meine Angst überwinden.

Dann greift der Zahnarzt zu seinen Folterinstrumenten,
tröstet mich, er wolle meine Leiden beenden.

Ich sitze da und schwitze und schwitze,
zur Beruhigung gibt er mir eine Spritze.

Reiße weit auf die Gusche und mach die Augen zu,
so vergeht die Zeit im Nu.

Gusche zu und Augen auf,
die Welt sieht wieder freundlich aus.

Die Beschwerden sind weg,
erleichtert rutsche ich von dem Sitze,
der Zahnarzt in Ordnung,
seine Behandlung Spitze.

Hannelore Michel

 

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