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Gedichte von Anneliese Dortmann

  annelise verkl.

James

James, eigentlich ein schöner Name für einen Sohn,
der Nachname birgt jedoch Undurchschaubares, er heißt Parkinson.
Das allein kann noch nicht schocken und mir Angst machen.
Noch kann ich darüber albern und lachen.

Doch dann erlebe ich zwei Jahre, die Arbeit fällt schwer,
mir geht es dreckig, ich ziehe mich zurück und fühle mich leer.
Nach jedem Arbeitstag kann ich nicht mehr,
selbst Bücherlesen fällt mir schwer.

Ich bin sprunghaft geworden,
auch beim Fernsehen habe ich keine Konzentration,
wie ein Löwe im Käfig, hin und her,
keine Beschäftigung macht mich froh.

Der Körper gehorcht nicht mehr, er macht, was er will,
beim Schreiben wird es schwierig, vor Angst bin ich still.
Die Buchstaben werden immer kleiner und unleserlich,
was ist nur geschehen? so frage ich mich.

Fahre ich Auto, so kann es passieren,
ich kann die Spur nicht halten, Angst lässt mich gefrieren.
Beim Angurten ist es fatal,
mit dem Gurt zu hantieren eine Qual.

Beim Aussteigen schon wieder ein Problem,
ich bin ganz steif und kann nicht aufstehen.
In der Nacht bin ich unruhig und schlafe sehr schlecht,
die Träume nehmen mich gefangen, morgens ich nicht aufstehen möcht’.

Auch beim Umdrehen im Bett gibt es ein Problem.
Es geht nicht so einfach, man muss sich aufrichten und dann umdrehen.
Beim Anziehen dauert es mittlerweile doppelt so lang,
man steht unter Druck, der Job fängt pünktlich an.

Dann das Laufen, mir tun ständig die Füße weh,
Krämpfe an beiden Seiten, von der Hacke zum Zeh.
Traurigkeit hat sich breit gemacht,
früher habe ich gerne und viel gelacht.

Mein Verstand sagt, das bist du nicht mehr,
du hast dich verändert, dein Akku ist leer.
Ich denke, ich fühle, ich lese, ich surfe und mache mich schlau,
was das alles bedeutet, ich ahne es, und mir wird flau.

Kann es sein, dass ich an Parkinson erkrankt,
die Symptome sind ähnlich, mein Inneres wankt.
Greift James Parkinson nach mir,
ich weine, ich schreie, ich wüte! Was soll das hier?

Ich bin erst 55 Jahr und möchte noch viel erleben,
bei Parkinson kann ich nicht mal meine Füße vom Boden erheben.
Warum ich? Was soll das? Ich habe schon genug gelitten!
Schaut meine Hand, ein Unfall hat schon mit 27 mein Leben beschnitten.

Es folgt eine Phase der Wut und zugleich der Pein,
wie geht es nun weiter, ein Arztbesuch muss sein.
Es bleibt wie es ist, ich kann nicht mehr zurück,
James ergreift meinen Körper, Stück für Stück.

So lebe ich seit 2 Jahren in der Isolation,
mit einem Feind, James Parkinson.
Mittlerweile geoutet vor aller Welt,
weil man nur bestehen kann, wenn man darüber erzählt.

Mit der Familie, mit Freunden und Nachbarn sucht man,
das Gespräch, weil man sonst nicht leben kann.
Ich kann nicht auf Dauer in einer Ecke leben,
es muss wieder einen Aufschwung geben.

So erlebe ich jetzt Anteilnahme, weil ich ehrlich bin,
für mich ist dies der beste Weg zu einem erfüllten Leben hin.
Auch habe ich für mich ein neues Hobby entdeckt,
das hat neue Lebensgefühle in mir geweckt.

Die Zukunft liegt nun vor mir, sie schillert in vielen Farben,
es liegt an mir, werde ich aktiv, dann verheilen die Narben.
Meine Hobbys sind wichtig und auch meine Enkelin
wie froh bin ich, dass ich auch noch in der Parkinson-Selbsthilfegruppe bin.

Anneliese Dortmann

 

James Parkinson, wer kennt dich schon?

Noch vor einigen Jahren wusste ich selber nichts von dir, ich lebte einigermaßen zufrieden, heute kämpfe ich wie ein Stier. Du hast mir meine Hoffnungen und Träume genommen. Vieles sehe ich eher verschwommen. Muss mich auseinandersetzen mit meinem Ich, dabei weine ich oft bitterlich.

James, du hast mein Leben durcheinander gebracht, lässt mich manchmal verzweifeln bei Tag und Nacht. Raubst mir die Ruhe und lässt mich wissen, ich bin stärker als du, so dass ich weine in die Kissen. Steif wie ein Brett, mit Ängsten erfüllt, wird mir die Zukunft im Traum enthüllt.

Am Tage oft matt, das kommt von den Tabletten, Willst mich süchtig machen und psychisch anketten. Wie soll ich es schaffen, dich zu besiegen, mit deinen Krallen greifst du nach mir, bis ich bleib liegen. Schmerzen in vielerlei Gestalten, mich immer wieder von Neuem in Atem halten.

Ich renne zum Hausarzt, Neurologen, und Psychologen hin, Wer versteht mich, hat Zeit für mich, hat das alles einen Sinn? Begrenzt wie das Budget ist auch die Anteilnahme an mir, ich schnappe nach Luft, sonst ersticke ich noch hier. Geht es immer nur um den Zaster, könnt ihr euch nicht in mich hinein versetzen? ich resigniere und spüre, dass man mich kann schnell verletzen.

James, was hast du nur aus mir gemacht, mein Lächeln ist künstlich, mein Körper ein Wrack. Doch auch wenn ich am Boden liege, ich stehe wieder auf, und werde ich kämpfen, ich nehme es mit dir auf. Heute fange ich damit an, mit Stärke und Mut geht es steil bergan. Das Selbstwertgefühl wird aufpoliert, James wird so langsam abserviert.

Immer wieder schöpfe ich neuen Mut, dabei tut mir die Selbsthilfegruppe gut. Wir stehen zusammen und geben uns gegenseitig Sicherheit. Hilfe gibt es in Freud und Leid. Bewegung und Sport bringen dich, Gegner James, schon zur Raison, du, mein Feind, James Parkinson.

Anneliese Dortmann

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